Nachdem ich mich entschlossen hatte, dass Projekt Stolpersteine zu realisieren, begann ich mit umfangreichen Recherchen. Ich lernte die Opfer kennen und es war oft schwer zu ertragen, welches Leid  man diesen Menschen angetan hat. Ich lernte aber auch Täter kennen, auch die kamen aus unserer Stadt. Es geht aber bei meinem Projekt nicht um Schuld und Vergeltung, es geht alleine um die Opfer und ihr Schicksal. Es geht darum, dass wir uns an die Menschen erinnern , die sterben mussten weil sie Juden waren, weil sie einen anderen Glauben hatten, weil sie anders veranlagt waren oder weil sie Widerstand gegen das Naziregime geleistet haben. Ich habe mit vielen Menschen gesprochen. Bürger unserer Stadt, die diese schreckliche Zeit miterlebt haben. Ich musst erleben, dass es die Menschen heute noch belastet, dass sie nicht helfen konnten als man ihre Mitbürger deportiert hat. Am 10.10.2010 war es dann soweit.

 10.10.2010                                                                                                                                       

Gespräch mit Herrn Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde des Saarlandes über meine Idee Stolpersteine für Merzig. Herr Bermann sagt mir seine Unterstützung zu.

 10.10.2010                                                                                                                                              

Brief an Oberbürgermeister Dr.Alfons Lauer in dem ich das Projekt vorstelle und um die Umsetzung bitte.

 16.10.2010                                                                                                                                               

Brief von Herrn Bermann an Oberbürgermeister Alfons Lauer in dem er mitteilt, daß die Synagogengemeinde des Saarlandes das Projekt Stolpersteine für Merzig unterstützt

 21.10.2010

Antwort von Herrn Dr. Lauer. Er ist aufgeschlossen für das Projekt. Dr. Lauer delegiert an Herrn Bodo Strauch vom Amt für Jugend, Familie und Soziales. Herr Strauch soll die Machbarkeit prüfen. Herr Strauch stellt einen Arbeitskreis zusammen um sich mit mir abzustimmen. 

 02.12.2010

Das erste Treffen des Ausschusses findet im Neuen Rathaus Büro. Das Ergebnis gibt Anlass zur Zuversicht, daß auch Merzig für die Verlegung von Stolpersteinen bereit ist. Der Termin für die nächste Sitzung am  06.04.2011 dämpft meine Zuversicht. 

 05.01.2011

Die Saarbrücker Zeitung bringt einen grossen Bericht über mein geplantes Projekt Stolpersteine für Merzig. Erste positive aber auch negative Reaktionen erfolgen. (Siehe  Datei "Presse")

 10.01.2011

Langes Telefongespräch mit dem Kölner Künstler und Initiatior  Herrn Gunther Demnig, dem Initiator  der Aktion Stolpersteine. Wir vereinbaren das wir uns so bald wie möglich persönlich treffen und kennenlernen.

 11.01.2011

Kontaktaufnahme mit Frau Warda vom Büro Demnig wegen des Termins und der Lieferung der benötigten Stolpersteinen.

 18.01.2011

Treffen mit Herrn Arthur Klein . Herr Klein ist durch den Artikel in der SZ auf mich aufmerksam geworden. Nach einem ausführlichen  Gespräch über das Projekt, sagt Herr Klein mir seine Unterstützung zu. Durch Herrn Klein und seine Kontakte zur Landesregierung, lerne ich bei diversen Veranstaltungen interessante Menschen kennen.

 19.01.2011

Frau Annemay Regler - Repplinger lädt mich ins Gustav Regler Archiv ein. Frau Regler- Repplinger zeigt mir interessante Unterlagen und Bilder zur jüdischen Vergangenheit der Stadt Merzig. Frau Regler-Repplinger ist eine wichtige Unterstützung für das Projekt Stolpersteine. 

 24.01.2011

Treffen mit Vertretern des Schuljahrgangs 1925. Die Herren wollen zum Gedenken an ihren ermordeten  Mitschüler Berthold Bonnem, daß Projekt Stolpersteine finanziell unterstützen. 

 26.01.2011

Besuch der Ausstellung "Erinnerung an die Deportation der saarländischen Juden am 22.10.1940 nach Gurs. (Siehe Datei " Lager Gurs") Herr Arthur Klein will diese Ausstellung auch nach Merzig holen. Ich habe die Möglichkeit mit dem Kantor und anderen Mitgliedern der Synagogengemeinde Saar zu sprechen. Ich spreche mit Herrn Hanno Krisam, Initiator Stolpersteine Rehlingen-Siersburg

 14.02.2011

Frau Anne Warda vom Büro Gunther Demnig bestätigt den gewünschten Verlegetermin im Juli 2012.

 15.03.2011

Treffen mit Herrn Pattar, Rektor der Christian-Kretzschmar Realschule. Ich stelle mein Projekt vor , Herr Pattar ist sehr interessiert und  sagt mir seine Unterstützung zu.

 16.03.2011

Auf Einladung des Brotdorfer Ortsrates, nehme ich an der Ortsratssitzung teil und stelle das Projekt Stolpersteine vor. Das Projekt wird begrüsst und man sagt mir Unterstützung zu.

Ich erhalte eine Einladung von Herrn Martin Silvanus, Bürgermeister von Rehlingen-Siersburg und Herrn Hanno Krisam  zu einer Veranstaltung mit Herrn Gunther Demnig  und zur Teilnahme an der Verlegung von Stolpersteinen in den Gemeinden Rehlingen, Hemmersdorf und Niedaltdorf.

 06.04.2011

Die 2.Sitzung des Ausschusses findet im Jugendhaus Merzig statt. Die meisten Mitglieder der 1.Sitzung haben sich entschuldigen lassen, dafür sind neue Teilnehmer da. Ich muss feststellen, dass seit der ersten Sitzung im Dezember 2010 absolut nicht getan wurde, um das Projekt Stolpersteine auf den Weg zu bringen. Im Gegenteil, wir beginnen bei Null.

 Mein Fazit: Ich muss andere Wege gehen, wenn die Stolpersteine verlegt werden sollen.

Ich nehme an der Veranstaltung mit Herrn Gunther Demnig in Rehlingen-Siersburg teil. Nach Gesprächen mit Herrn Silvanus, Herrn Krisam und Frau Feld (Rektorin Lothar-Kahn Schule, Rehlingen) erkenne ich, was möglich ist, wenn der Wille ernsthaft da ist.

Ich spreche mit Herrn Demnig über das Projekt Stolpersteine für Merzig und die Probleme die es in Merzig gibt. 

 07.04.2011

Ich nehme an der Verlegung von Stolpersteinen in Rehlingen, Hemmersdorf und Niedaltdorf  teil. Die Teilnahme der Nachfahren der Familie Michel war sehr bewegend.

 18.04.2011

Treffen mit Frau Regler-Repplinger. Sie berichtet mir von Ihrer Israel Reise und dem Treffen mit Frau Beatrice Heffes,Nachfahren der Familie Julius Kahn/ Familie Bonnem in Jerusalem.  Frau Heffes schickt Fotos und andere Unterlagen zur Familie Kahn/Bonnem.

Treffen mit Herrn Marcus Hoffeld (CDU), dem ich das Projekt Stolpersteine vorstelle. Ich bitte Herrn Hoffeld die zuständigen Gremien zu informieren. Herr Hoffeld sagt mir Hilfe zu.

Herr Hoffeld stellt noch am gleichen Tag den Antrag, dass ich das Projekt in der nächsten Sitzung des Fachausschusses für Bildung, Sport und Soziales vorstellen kann.

 20.04.2011

Treffen mit Herrn Dr.Pinter (SPD) auch ihm stelle ich das Projekt vor und bitte ihn um Untersützung  . Herr Dr. Pinter sagt mir auch Hilfe zu.

 22.04.2011

Herr Dr. Pinter stellt den Antrag, dass ich das Projekt in der nächsten Sitzung des Fachausschusses für Bildung, Sport und Soziales vorstellen kann.

 16.05.2011 

Ich treffe einen Zeitzeugen, der mir eine Liste der ehemaligen jüdischen Geschäfte übergibt und mir einiges über die Opfer erzählen kann.

 27.05.2011

Ich erhalte eine Einladung zu der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bildung , Sport und Soziales der Stadt Merzig, die am 08.06.2011 stattfindet.

 06.06.2011

Treffen mit Vertretern der Gemeinde der Zeugen Jehovas. Ich will klären ob es in der Gemeine Opfer des Nationalsozialismus gibt. Es stellt sich herraus, dass die Zeugen Jehovas in Merzig keine Opfer zu beklagen hat.

 08.06.2011

Ich stelle das  Projekt Stolpersteine für Merzig in der Sitzung des Ausschusses für Bildung , Sport und Soziales vor und berichte wie weit das Projekt vorbereitet ist. In einer nicht öffentlichen Abstimmung, beschliesst der Ausschuß die Durchführung des Projektes.

 16.08.2011

Einladung von Radio Merzig. Ich stelle das Projekt vor und Radio Merzig sagt mir Unterstützung zu.

 03.09.2011

Seit der Ausschusssitzung am 08.06.2011 ist von Seiten der Stadt nichts passiert. Ich treffe Herrn Hoffeld (CDU) und mahne an,dass uns die Zeit weg läuft. Herr Hoffeld verspricht sich um mein Anliegen zu kümmern.

 20.09.2011

Treffen im Rathaus mit Herrn Dechang und Frau Heinrich vom Amt für Bildung, Sport und Soziales. Es wird besprochen wie das Projekt weiter geht.

 10.10.2011

Das Treffen vom 20.10. wird auf den 3.11.2011 verlegt. Der Grund sind organisatorische Probleme der Stadtverwaltung.

 11.10.2011

Ich hatte ein langes Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Yvonne Ploetz. Yvonne hat mit der Stadratsfraktion und dem Ortsverband der Partei  "Die Linke" und dem Initator Dieter Geis die Stolpersteine in Blieskastel verlegt. Sie hat mir erzählt, wie problemlos das Projekt Stolpersteine in Blieskastel durchgeführt wurde. In Merzig geht das eben langsamer, blamabel ist das in jedem Fall.

 16.10.2011

Es muß unglaublich schwierig und kompliziert sein, ein Spendenkonto bei der Stadt Merzig einzurichten. Denn obwohl am 8.6.2011 und am 20.9.2011 beschlossen wurde ein Konto einzurichten, ist dies  bisher noch nicht gelungen.

 25.10.2011

Es ist soweit, dass Spendenkonto der Kreisstadt Merzig für die Spenden zur Finanzierung ist eingerichtet.

 

31.10.2011

Herr Ames, Direktor des historischen Museum in Saarbrücken, hat mir Einblick in die Akten des Emil Bone gewährt. Es handelt sich dabei um das Verhörprotokoll bei der Gestapo Aussenstelle Merzig, die Anklageschrift des Oberreichsanwalts beim Volksgerichtshof, das Urteil und das Hinrichtungsprotokoll.

 

03.11.2011

Die zweite Sitzung im Amt für Bildung und Sport. Von den geladenenen Schulleitern kam nur ein Vertreter des BBZ. Es gab wie so oft, Diskussionen ob politische Opfer auch in das Projekt Stolpersteine einbezogen werden sollen und wie so oft, habe ich mich ausdrücklich davon distanziert, dass diese Opfer ausgeschlossen werden. Ich empfinde es als einen Skandal wenn im Gespräch über politische Opfer das Wort Verbrecher fällt.  Das entspricht auch nicht den Vorstellungen von Herrn Demnig, der den Personenkreis eindeutig definiert hat, der durch Stolpersteine geehrt werden soll. Leider machen sich die "selbsternannten Historiker" nicht die Mühe sich über den Sinn und Zweck von Stolpersteinen zu informieren. Es sagt schon einiges über die "Fachleute"aus , die in eine Sitzung zu kommen, und nicht einmal die Grundregeln für das Verlegen  von Stolpersteinen zu kennen. Immerhin hat ist jetzt niemand mehr der Meinung, 53 Stolpersteine könnte man den Bürgern von Merzig nicht zumuten. Da hat wohl jemand mit Herrn Bermann gesprochen.

Ich habe mich über die Mangelhafte Pressearbeit von Seiten der Stadt beschwert. Im Januar 2012 soll  eine Pressekonferenz statt finden.

 

06.11.2011

Teilnahme an der Feier anlässlich des 150 Todesstag  von Reb Mosche Merzig. Das veröffentlichte Buch ist sehr schön gemacht.. Einige ungereimtheiten enthält das Buch aber doch. Ich kenne diese Problematik auch. Es ist sehr schwer aus den Informationen, den Chroniken und den Archiven , die sich auch zum Teil widersprechen, die richtigen Antworten zu finden. Die Zeitzeugen werden immer weniger und es wurde seit 1945 viel dafür getan, dass die Erinnerung verschwindet. Ich konnte Gespräche mit jüdischen Bürgern führen und Kantor Benjamin Chait hat mich eingeladen, an der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in der Synagoge in Saarbrücken teilzunehmen.

 

09.11.2011

Teilnahme an der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in der Synagoge Saarbrücken. Es ist mein erster Besuch einer Synagoge. Ich bin erschüttert über die Kontrollen uns Sicherungsmaßnahmen im Eingang der Synagoge. 66 Jahre nach dem Holocaust können Juden immer noch nicht frei ihre Synagogen besuchen.

 

12.11.2011

Zweiter Artikel in der Saarbrücker Zeitung über das Projekt Stolpersteine

 

15.11.2011

Ich beginne mit dem Anschreiben der Hauseigentümer wegen der Verlegung der Stolpersteine. Leider lehnen die zuständigen Stellen bei der Stadtverwaltung es ab die Hauseigentümer zu informieren. 

Ich treffe mich mit der Eigentümerin des Grundstücks Im Feldchen 5. Sie ist mit der Verlegung der Stolpersteine Levy und Baum einverstanden.

 

10.02.2012

Alle Eigentümer der Haüser vor denen Stolpersteine verlegt werden , sind informiert. Bisher nur positive Resonanzen.

 

05.03.2012

Eine Sprecherin von Villeroy&Boch hat mich gefragt, ob zu dem Projekt noch begleitende Veranstaltungen stattfinden. Ich musste verneinen, da das Interesse und die Unterstützung dafür nicht vorhanden ist.

 

18.03.2012

Ich hatte heute eine Unterhaltung mit einem Mann, über das Projekt Stolpersteine. Es überrascht mich immer wieder unter welchem Realitätsverlust die Menschen leiden. Der Herr jammerte über die armen Kinder, die nach dem Kriege ohne Vater aufwachsen mussten. Ich habe ihm die Lektüre des Buches " Die Kinder von Auschwitz" empfohlen.

 

21.03.2012

Die Bestellung der 17 Stolpersteine für die Verlegung 2012 ist raus.  Die Stadt macht einen Termin für die Verlegung und führt diese durch.

 

 11.06.2012

Heute war ich zu einem "Gespräch" im Rathaus. Es widerstrebt mir zutiefst aber im Interesse des Projektes lösche ich einige Passagen . 

 Ich möchte mich ausdrücklich bei allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des Bauhofs, die sich sehr für das Projekt eingesetzt haben und sich noch einsetzen werden. Ohne deren Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, dass Projekt durchzuführen.

 

Der Termin für die Verlegung der Stolpersteine ist der 20. November 2012    

 

27.08.2012           

Der Versuch  eines Geschäftes mit dem Schicksal einer ermordeten Jüdin den Umsatz zu steigern, ist gründlich misslungen. Erschreckend dabei ist, dass die Saarbrücker Zeitung den Artikel druckt ohne die Richtigkeit zu prüfen. Ein Anruf bei mir hätte genügt um die Blamage zu verhindern.

Ich möchte hier ausdrücklich den Mitarbeitern des Standesamtes, des Bürgerbüros, des Amtsgerichts Merzig, dem Grundbuchamt und den Mitarbeitern des Katasteramtes, der Synagogengemeinde Saar,dem Landesarchiv Saarbrücken und dem Rheinlandpfälzischen Landesarchiv danken. Dank ihrer Hilfe konnte Klarheit in den Wohnort und das Schicksal von Frau Bella Berl gebracht werden.

 

15.09.2012

Herr Nümus spricht mir mit seinem Eintrag in meinem Gästebuch aus der Seele. Ich kann aber damit leben. Wenn man so tief in der Braunen Vergangenheit der Stadt wühlt, macht man sich nicht beliebt. Wenn man dann erfährt, wer sich an jüdischem Eigentum nach deren Deportation bedient hat, habe ich ein Stück weit Verständniss, dass man da lieber die Flamme klein hält. Ich kann aber allen die mich ehrlich unterstützen sagen, je größer die Steine werden die man mir in den Weg legt, desto mehr Mühe gebe ich mir diese wegzuräumen. Auch Drohungen wie: "Wenn Sie so weitermachen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn überhaupt keine Stolpersteine verlegt werden" machen mir keine Angst.

Man muß auch bedenken, dass 1945 der Nationalsozialismus ein Ende hatte, aber die Menschen waren immer noch die gleichen. Selbst in einem Auszug aus dem Melderegister der Stadt Merzig vom 28.August 1959 (14 Jahre nach Kriegsende) wurde die Deportation noch geleugnet. Da steht unter dem Punkt abgemeldet 22.10.1940 abgeschoben. Anmerkung: Am 22.10.1940 wurden die letzten Juden aus Merzig im Rahmen der Aktion Wagner/Bürckel "abgeholt und deportiert.

 

18.09.2012

Wenn man über die Vergangenheit recherchiert, muß man über die Stadtgrenzen hinaus gehen. Ich habe bisher immer auf Publikationen von Menschen vertraut die schon über das Thema geschrieben haben. Das,so ist wie ich zum wiederholten Male feststellen musste, ein Fehler. Danke an alle die mir ermöglicht, haben an Informationen zu kommen. Hier möchte ich besonders Herrn Bermann und Herrn Wainstock von der Synagogengemeinde Saar , Herrn Hirsch ,Frau Frick und der Firma Villeroy und Boch danken.

 

19.09.2012

Die Stolpersteine sind in Arbeit, das Zimmer für Herrn Demnig ist gebucht. Jetzt muss nur noch die Stadtverwaltung und der Bauhof aktiv werden,  damit wir die letzten Vorbereitungen zur Verlegung der Stolpersteine besprechen können. 

 

9.11.2012

Vor 74 Jahren fand die Reichspogromnacht statt. 74 Jahre später holen wir auch in Merzig die Opfer in ihre Heimat zurück, in dem wir ihnen Stolpersteine widmen und so daran erinnern,  dass sie ein Teil dieser Stadt waren und noch sind. Es ist den Nationalsozialisten und seinen Bütteln nicht gelungen, diese Menschen für immer auszulöschen. 

 

10.11.2012

Ich bin immer wieder tief berührt,welche Unterstützung ich von privater Seite bekomme. Ich danke hier besonders Herrn Konrad Bauer von der Firma Dekoba und Herrn Kiefer und seinen Mitarbeitern der AWO. 

 

20.11.2012

Die Stolpersteine sind verlegt. Dank Herrn Bauer von der Fa.Dekoba, Herrn Kiefer und Frau Jung von der AWO wurde es eine würdige Veranstaltung. Frau Regler hat auch dafür gesorgt, dass auch die Boutique F12 eine Stellwand mit Informationen zu den Opfern ins Schaufenster gestellt hat. Besonders erfreulich war, dass eine Dame extra aus Berlin angereist war, um an der Verlegung teilzunehmen.  Bürgermeister Horf war in Vertretung für den Oberbürgermeister anwesen. Der Oberbürgermeister hatte keine Zeit. Am 18.11. war Volkstrauertag, wo auch der Täter gedacht wird. Hier hat der Oberbürgermeister eine Rede gehalten. Für die wahren Opfer hatte der Oberbürgermeister leider keine Zeit.

 

21.11.2012

Ich war heute 2 Stunden an der Verlegestelle für die Familie Bonnem in der Poststrasse. Ich hatte sehr gute Gespräche und bis auf 2 Personen nur positive Resonanz. Zu meiner Überraschung findet das Projekt besonders bei Jugendlichen viel Zuspruch. Eine Dame (Jahrgang 1935) meinte : Das Projekt finde ich gut,aber alles war bei Hitler auch nicht schlecht. Dann war noch das jugendliche NPD Mitglied. Dazu lohnt sich nichts zu schreiben. 

 

21.12.2012

Die  17 Stolpersteine liegen nun schon 4 Wochen, es hat keinen Aufmarsch von Nazis gegeben, die Stadt ist nicht zugepflastert mit Stolpersteinen und die Umsätze der Geschäfte sind sicherlich auch nicht zurück gegangen. Die Argumente gegen die Stolpersteine, haben sich wie ich immer gewusst habe, als Unsinn herausgestellt. 

 

12.04.2013

Eigentlich sollte der zweite Schritt der Verlegung schon erfolgt sein. Leider ist die Unterstützung durch die Stadt nicht besser geworden. Im Gegenteil, durch eine Umstrukturierung in der Verwaltung habe ich keinen Ansprechpartner mehr. Frau Heinrich, mit der ich gut zusammen gearbeitet habe, wurde von dem Projekt Stolpersteine entbunden. Am 5.Februar 2013 habe ich eine E-Mail an Bürgermeister Horf geschickt, eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten.

 

4.06.2013

Heute war ich zu einem Gespräch im Berufs Bildungs Zentrum. Herr Seiler vom BBZ macht mit den Schülern einen "alternativen Stadtrundgang", ein Gang durch das nationalsozialistische Merzig. Das ist eine tolle Sache und ist wieder ein gutes Beispiel für private Initiative. In anderen Städten wird das durch die Stadtverwaltung angeboten, aber wir sind hier in Merzig. Ich hoffe der neue Bürgermeister holt die Stadt aus dem Stillstand und den negativen Schlagzeilen heraus. Die Stadt hat mehr zu bieten als der Freund`sche Wolfszirkus.

 

27.06.2013

Mit Hilfe des Ortsvorsteher  aus Besseringen Herrn Lorenz, ist es gelungen das Elternhaus von Emil Bone zu finden. Es ist uns auch gelungen, eine Nichte von Emil Bone zu finden, die auch der Verlegung des Stolperstein`s zugestimmt hat. Das ist die erste Stolpersteinverlegung für ein nicht jüdisches Opfer des Naziterrors

 

30.09.2013

Die Stadt erklärt sich bereit das Projekt der  Errichtung einer Gedenktafel im Kammerforst zum Gedenken an die Zwangsarbeiter zu unterstützen.

 

14.10.2013

Der Termin für die Verlegung der Stolpersteine für das Ehepaar Frenkel und Emil Bone steht fest. Es ist der 22. Februar 2014. Die Stolpersteine sind bestellt und die Inschriften sind festgelegt. Der Versuch die Nachkommen der Frenkel`s in England zu finden, gestaltet sich trotz Unterstützung der britischen Botschaft und der Deutschen Botschaft in London äußerst schwierig, weil es in England kein dem deutschen vergleichbares Meldesystem gibt.

 

10.11.2013

Zum ersten Mal findet in Merzig eine Gedenkfeier zur Erinnerung an die Reichspogromnacht statt. Der neue Bürgermeister Hoffeld sagte in seiner Rede, dass in Zukunft jedes Jahr eine Gedenkfeier statt findet. Ich bin überzeugt, dass mit Marcus Hoffeld ein neuer Wind im Rathaus wehen wird. Marcus hat sich in der Vergangenheit schon sehr stark gemacht für das Projekt Stolpersteine.

Der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde bietet mir seine Zusammenarbeit an.  

18.02.2014

Am 22.02. ist es soweit, weitere 3 Stolpersteine werden verlegt. Mit Bürgermeister Hoffeld haben wir jetzt einen Verwaltungschef, der zu dem Projekt steht und dafür bin ich sehr dankbar. Danken muss ich auch Uli Wurzer, der mich hervorragend unterstützt und besonderen Dank geht auch an Nikolaus Lorenz, dem Ortsvorsteher aus Besseringen. Die Zeit des aus bremsen ist vorbei. Vielleicht spenden auch die Merziger Geschäftsleute Geld für weitere Stolpersteine. Bisher haben sich ja die Merziger Geschäfte nicht beteiligt. Durch das Projekt und die Recherchen zum Thema Nationalsozialismus, regt sich bei mir Brechreiz wenn ich manchen Namen höre oder an bestimmten Häusern vorbei komme. Ich bin oft gefragt worden, warum schreibst du dein Wissen nicht in einem Buch auf? Ich werde das tun, nachdem ich nun die Namen der NSDAP, SA und SS Mitglieder aus Merzig kenne. Ich fürchte aber das wird für manche Merziger ein böses Erwachen, wenn sie lesen, das die Eltern oder Großeltern doch nicht so nett waren. Es war auch von Vorteil,  das akribisch Buch geführt wurde, wer zu welchem Preis jüdisches Eigentum ersteigert hat.  

 

20.02.2014

Kaum ist die Stolpersteinverlegung publik, kommen sie aus den Löchern. Kein Argument ist zu flach um Dreck zu werfen. Da unterstellt mir ein Merziger Geschäftsmann, ich würde nur Halbwahrheiten verbreiten. Diesem Herrn kann ich nur folgendes sagen: Solche Verleumdungen gehen mir sonst wo vorbei. Ihre Mischung aus wenig wissen,  gar nichts wissen und Verdrängung macht sie nicht zum Experten. Was aber bei mir Zorn hervorruft ist, das sie mit solchen Aussagen die Opfer verhöhnen. Das sagt aber viel über ihre Gesinnung. Ein  ex- Bürgermeisterkandidat,einer kleinen, unbedeutenden Partei, ist der Meinung, "wenn man nur in Geschäfte geht um Spenden zu erhalten, muss ich mich nicht wundern wenn keiner mitmacht." . Es mag in der Politik üblich sein, das man Meinungen kaufen kann, aber ich bin nicht käuflich. Ich gehe zu niemanden betteln und krieche niemandem in den Allerwertesten. Ich freue mich über jede Spende wenn sie aus Überzeugung gemacht wird, wenn der Spender sich mit dem Projekt und dem Zweck identifiziert. Ich werde das Projekt auch notfalls aus eigener Tasche finanzieren, das ich zu den Kaufleuten betteln gehe und mich verkaufe wird niemand erleben. Im übrigen möchte ich allen Kritikern sagen, das ist nicht mein Projekt, das sind nicht meine Stolpersteine, das sind die Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer. Das ist ein Projekt für alle Bürger  und bei diesem Projekt arbeiten viele im Hintergrund. Oh ja, ich kenne das Argument : "wir haben keine Schuld, wir haben da noch nicht gelebt!" Diesen Leuten kann ich nur antworten: Nein, am ersten Holocaust habt ihr keine Schuld aber an dem nächsten seid ihr schuldig. Wo ist euer Aufschrei wenn wieder Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion  verprügelt oder sogar getötet werden? Wo ist euer Aufschrei wenn jüdische Kinder mit Polizeischutz zur Schule gefahren werden müssen? Eure  Vorfahren konnten sich noch raus reden das sie ja nichts tun konnten, das es da Gestapo und SS gab. Diese Ausrede werdet ihr nicht haben! 

 

23.02.2014

Die Stolpersteinverlegung war ein voller Erfolg. Es waren mehr Teilnehmer da, als bei der ersten Verlegung. Dank den umfangreichen Presseberichten, kamen auch wieder Leute von außerhalb der Stadt. Ich habe viele Mails und Anrufe erhalten, die mich bestärken weiter zu machen. Bei der nächsten Verlegung, werden wir einen Stolperstein in Anwesenheit der Töchter und der Enkelinnen des Opfers verlegen.

25.02.2014

Ich bin gewiss kein Anhänger von Thilo Sarrazin, aber er hat recht, wenn er sich kritisch dazu äussert, wie in Deutschland mit der Meinungsfreiheit umgegangen wird. Wie  manipuliert wird , um Meinung zu beeinflussen, wenn man nicht sagt was andere wünschen. Es wird diskreditiert und verleumdet.

In den Augen einiger Personen, gilt es schon als Verbrechen, wenn ich sage , das ich jede Art von Rassismus ablehne egal ob er vom Islam oder der Kirche kommt. Wenn man sich kritisch zur Kirche äußert vergeht bei den geistlichen Herren der Spaß.

Ich bin mir bewusst, das ich mir mit dem Projekt Stolpersteine und den Recherchen zum Thema Nationalsozialismus in Merzig, viele Feinde gemacht habe die sich nicht zu schade sind, hinter meinem Rücken gegen mich zu hetzen und zu intrigieren. Das ist genau der Schlag Menschen, die den Holocaust erst möglich gemacht haben, und ihn heute wieder möglich machen würden.

Ich kann den Gegnern der Stolpersteine nur sagen, seid nicht so feige ,und sagt mir ins Gesicht was ihr zu sagen habt. Das ist auch eine Frage des Anstandes, an diesem Anstand fehlt es aber vielen hier in der Stadt. 

Viele haben den Sinn von Stolpersteinen auch nicht erfasst. Deswegen nochmal für die unwissenden. Das sind nicht meine Stolpersteine. Die Stolpersteine gehören bis zur Verlegung Gunther Demnig. Nach der Verlegung gehen sie in den Besitz der Stadt und deren Bürger über.

Wer an der Verlegung teilnimmt, tut das aus Respekt vor den Opfern die geehrt werden und nicht weil ich dabei bin. Umgekehrt ist es, wer nicht teilnimmt, weil ihm meine Nase nicht gefällt, ist einfach nur dumm. 

26.02.2014

Ich habe interessante Luftaufnahmen der Royal Air Force  und der US Air Force von Merzig erhalten. Besonders interessant ist die Aufnahme mit den Zerstörungen nach dem Luftangriff vom November 1944.

Bei der nächsten Verlegung  von Stolpersteinen, werden zum ersten mal Angehörige des Opfers anwesend sein. 

Im April treffe ich mich mit Vertretern von Villeroy&Boch und externen Historikern. Wir planen eine gemeinsame Zusammenarbeit zum Thema Zwangsarbeit. 

27.02.2014

Nach Fasching treffe ich mich mit der Familie des Opfers und werde die Einzelheiten wegen der Verlegung besprechen.

28.02.2014

Das hat diese Dame heute bei Facebook gepostet. Der Geist der alten Nazis weht immer noch durch die Straßen von Merzig. Das sind die Leute, die würden auch "kauft nicht bei Juden" schreiben.

Ich kann dieser Dame aber sagen, obwohl ich glaube, das diese Dame ein Fake ist und ich mir vorstellen kann wer dahinter steckt.

1. ich glaube nicht, das die  Geschäftsleute in Merzig spenden. Sie können ja nicht damit werben, wie die peinliche Werbung einer Buchhändlerin gezeigt hat. 

2.werde ich keine Spenden für Stolpersteine akzeptieren, von Geschäften,  die von der Vertreibung und Ermordung von Juden profitiert haben.

3. ich werde auch keine Spenden für Stolpersteine akzeptieren, die von Personen kommen,  die sich am Eigentum von geflüchteten oder ermordeten Juden bereichert haben.  

07.03.2014

Heute habe ich mich mit der Familie von Valentin Kiefer getroffen. Es war ein sehr interessantes Gespräch und ich habe interessante Unterlagen erhalten.

15.04.2014

Trotz der Bemühungen von Erich Lang (Schuhhaus Lang) und seinen Freunden, das Projekt zu boykottieren, laufen die Vorbereitungen für die Stolpersteinverlegung 2015. Es werden dann 6 Stolpersteine in Brotdorf und 1 Stolperstein in Hilbringen verlegt.